Die Geschichte des Raboso

Alte Erinnerungen .... Moderner Geschmack

Der Raboso del Piave ist das Aushängeschild der gleichnamigen Ursprungsbezeichnung. Seine Rebstöcke begleiten die lange Reise der später als Paleoveneti bezeichneten Eneter von deren ursprünglicher Heimat bis zu den Ebenen des Adriatischen Meeres. Jahrhunderte später zählt der Raboso del Piave, nach dem Fall des Römischen Reiches, zu den gefragtesten und begehrtesten Weinen eines Marktes, der sich um den Handel und das eigentliche Leben der Republik Venedig dreht.

Aber wenn man diesen Nektar auch in Venedig genießt, so entfaltet sich der Anbau des Raboso doch in der Ebene im Landesinnern, zwischen diesen Ländereien, die sich für den Lauf des Flusses Piave öffnen.

In einer Gegend, die seit jeher für ihre Früchte und allen voran für ihre Weine bekannt ist. Seitdem hat sich nichts geändert. Diese Weine werden noch immer ausgebaut, wobei die Erfahrungen stets dem neuesten Stand entsprechen und, obgleich sie von den Vätern an die Söhne weitergegeben werden, noch heute mit der gleichen Liebe gehegt und wegen ihres Geschmacks, der die Versprechungen über die Zeit hinweg hält, gefeiert werden.

...Entschlossener Charakter

Der Rebstock des Raboso, eine autochthone, derbe Rebsorte, ist die Art, die als erste Sprossen treibt und als letzte die Ernte ihrer Früchte erlaubt. Ihr Geheimnis liegt im Erdreich: In diesen kiesigen, lehmigen Böden, in diesen alten Kiesbetten, in diesem Vorland und dessen Deichen, wo sie unter der sengenden Sonne an der Luft des nahen Meeres reift.

Ihre Trauben werden überreif von den Weinstöcken gelesen. Die optimale Gärung setzt voraus, dass die Trauben, die zur Trocknung auf Rosten ausgebreitet werden, angemessen lang in den Schalen rotten.

Ehe er auf den Tisch seiner Verehrer gelangt, reift er dann etwa drei Jahre lang in Eichenfässern.

Das Ende des 19. Jahrhunderts und der Beginn des darauffolgenden Jahrhunderts sind die härtesten Jahre, die vom Ausbruch verheerender Krankheiten (Mehltau, Peronospora und Reblaus) und der Verwüstung der Landschaft im letzten Jahr des ersten Weltkriegs gezeichnet waren. Die Rebsorte Raboso konnte, eben da sie derb und kräftig ist, überleben und blieb in der Ebene von Treviso die am weitesten verbreitete Art.

In der Zeit nach dem zweiten Weltkrieg kommt der Thron des Raboso del Piave allerdings ins Wanken und der Trend ändert sich und führt dazu, dass sein Anbau von 90 % auf 5 % zurückgeht. Erst Mitte der 90er Jahre geleitet die Gegend um den Fluss Piave ihren Raboso in eine neue Saison.

Indem man die Intuitionen fähiger, mutiger Winzer nutzte, beginnt man wieder bei den Ursprüngen und dies mit der stetigen Unterstützung der Welt der Studien und der Forschung wie der Schule für Weinbaukunde in Conegliano, der Universität Padua und des Forschungszentrums für Weinbau.

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... ein gelungenes Bündnis von Farbe und Geschmack

Der Raboso hat seinen mannhaften Charakter mit der markanten Farbe und dem Bouquet von Blüten, Waldbeeren, Veilchen und, mehr noch, von Weichseln bewahrt. Sein Bouquet ist hinreißend, wahrhaftig blumig und komplex.

Der Raboso passt zu rotem Fleisch, Wild und Käse, eignet sich aber auch für Abende im Freundeskreis.